Im Interview: Mag. Günther Mayrleitner (Mazars Austria)

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Im Dezember 2017 hat Herr Mag. Günther Mayrleitner die Geschäftsführung von Mazars Österreich übernommen, ein Unternehmen, welches er seit fast 15 Jahren begleitet. Ein Mann mit einer ebenso zurückhaltenden wie liebenswerten Persönlichkeit offenbart seine Karriere, seine Ambitionen für Mazars und seine besondere Beziehung zu Frankreich.

En décembre 2017, Günther Mayrleitner, originaire de la Haute-Autriche, prend la direction de Mazars Autriche qu’il connait comme sa poche puisqu’il l’accompagne depuis sa création il y a plus de 15 ans. Un homme à la personnalité à la fois réservée et attachante qui nous révèle son parcours, ses ambitions pour Mazars et son rapport tout particulier à la France.

CCFA: Herr Mag. Mayrleitner, Sie sind schon seit 2003 bei Mazars und seit Dezember 2017 der neue Geschäftsführer von Mazars. Wie kamen Sie zu Mazars?
Mag. Günther Mayrleitner: Der Ausgangspunkt für diesen Weg wurde schon früh gelegt nämlich damit, dass ich mich dazu entschieden habe, nicht das Gymnasium, sondern eine Handelsakademie zu besuchen. Dort hatte ich im Fach Rechnungswesen einen Professor, der mein Interesse an diesem Themenbereich geweckt hat. Bereits nach der Matura hatte ich mich dazu entschieden, den Weg zur Ausbildung zum Steuerberater einzuschlagen. Aus diesem Grund habe ich mich für ein Studium entschieden, welches praxisnah ist und effizient zu diesem Ziel führt. In Wiener Neustadt habe ich in der Folge eine der ersten Fachhochschulen in Österreich besucht, und mich auf Revisionen und Treuhandwesen so – wie auf Finanz- und Vermögensberatung spezialisiert. Nach Abschluss meines Studiums habe ich im Jahr 2001 in der BDO meinen beruflichen Werdegang gestartet. Nach zwei Jahren habe ich den Arbeitgeber gewechselt und bin so zu Mazars gekommen. Damals waren wir noch mit einer Steuerberatungsgesellschaft im 7. Bezirk verbunden, 2005 haben wir uns schließlich gesellschaftsrechtlich getrennt und Mazars Österreich entstand als eigene Gesellschaft die seither Teil des weltweiten Konzerns ist. Die drei Personen waren damals Peter Ernst, ein Kollege, der uns zwischenzeitlich verlassen hat und ich. Gemeinsam haben wir das Unternehmen Schritt für Schritt aufgebaut. Ich habe 2006 die Steuerberatungsprüfungen und 2009 die Prüfungen zum Wirtschaftsprüfer in der in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Wien abgelegt. Partner von Mazars wurde ich bereits 2013 und Geschäftsführer bin ich seit Dezember 2017.

“Im Unterschied zu den großen und dominierenden international tätigen Gesellschaften in unserer Branche ist Mazars nicht anglo-amerikanisch, sondern französisch-europäisch geprägt“

CCFA: Seit 15 Jahren begleiten Sie Mazars. Was hält Sie so lange bei dem Unternehmen?
GM: Ich habe mich immer als Berater und als Generalist gesehen mit einem Blick für Zusammenhänge und wollte mich nicht zu früh zu sehr in einem Fach spezialisieren. Daher habe ich nicht die großen Kanzleien (big 4) als Arbeitgeber gewählt sondern eine Kanzlei, in der man sehr vielfältig tätig werden kann. Warum bleibe ich? Weil es kurz gesagt immer Herausforderungen gegeben hat. Mit nur drei Mitarbeitern waren wir zu Beginn sehr klein und boten trotzdem eine breite Palette an Beratungsleistungen für eine internationale Klientel an. Es hat seither viele Entwicklungsstufen gegeben, die jede ihre Herausforderungen hatte. Nun sind wir eine mittelständische Kanzlei mit 20 Mitarbeitern und haben uns in Abteilungen organisiert: Outsourcing, Tax und Audit. Eine wachsende Organisation zu begleiten ist sehr spannend, außerdem sind wir in einem dynamischen internationalen Umfeld tätig und gerade diese Internationalität schafft eine abwechslungsreiche Tätigkeit. Im Unterschied zu den großen und dominierenden international tätigen Gesellschaften in unserer Branche sind wir nicht anglo-amerikanisch, sondern franzö- sisch-europäisch geprägt.

CCFA: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung bei Mazars zu arbeiten?
GM: Gerade das, was die Arbeit interessant macht, kann auch Herausforderung sein. Wir bieten mit einem nach wie vor überschaubaren Team wie gesagt eine breite Palette von Leistungen an: Lohnverrechnung, Buchhaltung, Bilanzierung, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Due Diligence und Transaktionsberatung. Zu einem nicht unwesentlichen Teil betreiben wir auch Projektgeschäft. Bei Mazars zu arbeiten verlangt neben Flexibilität auch einen unternehmerischen Zugang und die Bereitschaft, sich überdurchschnittlich und laufend breit weiterzubilden. Die Rasanz der Veränderung nicht nur in der nationalen Gesetzgebung, sondern auch in europarechtlichen Vorgaben hat meines Erachtens eine gewisse Spitze erreicht. Damit bieten wir jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter ein weites Betätigungsfeld und sind bestrebt weiter zu wachsen.

CCFA: Mazars wurde in Frankreich gegründet und ist für viele französischen Firmen in Österreich – sowie im Rest der Welt – der erste Ansprechpartner. Was ist Ihr persönlicher Bezug zu Frankreich?
GM: Mein Bezug zu Frankreich ist ein sehr persönlicher, welcher besonders durch meinen frankophilen Onkel geprägt ist. Er hat Französisch studiert und beherrschte die Sprache ausgesprochen gut. Sein ganzes Leben hatte er sich sehr intensiv für den interkulturellen Austausch zwischen Österreich und Frankreich engagiert und wurde mit dem “Ordre des Palmes Académiques” ausgezeichnet – eine der höchsten Auszeichnungen in Frankreich für Verdienste für das französische Bildungswesen. In der Familie besteht also ein sehr intensiver Bezug zur französischen Kultur. Ich selbst habe Französisch in der Schule und im Studium gelernt, bin mit der Sprache nunmehr aber wenig konfrontiert, da sich Mazars in den letzten 15 Jahren zu einem in 86 Ländern ansässigen internationalen Konzern entwickelt hat, dessen Konzernsprache Englisch ist.

CCFA: Über Welche Neuigkeiten können Sie seit 2017 berichten?
GM: Wir bemerken doch sehr intensiv, dass sich die Wirtschaft anzieht, was vor allem in der Steuerberatung, speziell in den Bereichen Transaktionen, Firmenkäufe und Firmenübernahme, spürbar ist. Wir haben der zeit zahlreiche Projekte im Bereich der Trans aktionsberatung (Kauf und Verkauf, Due Diligence), waren Berater in der größten gewerblichen Immobilientransaktion im Jahr 2017 und begleiten gerade einen französischen Investor in Österreich.

CCFA: Wir würden Sie Ihren Managementstil beschreiben?
GM: Wir sind eine international tätige Kanzlei und haben flache Hierarchien. Alle Mitarbeiter bei Mazars Österreich sind miteinander per Du. Mein Managementstil ist im Sinne der Werte von Mazars ein kooperativer. Es herrscht das Prinzip der offenen Türen und wir arbeiten im Sinne des Wohls unserer Klienten eng zusammen.

CCFA: Wie sehen Sie Ihre Rolle als VIPMitglied der CCFA?
GM: Mazars stammt ursprünglich aus Frankreich und wir fühlen uns der französischen Kultur und Frankreich als unserer Mutterland sehr verbunden. Wir sehen uns als ersten Kontakt für französische Firmen in Österreich und möchten eben zu diesem Austausch zwischen Österreich und Frankreich weiterhin beitragen. Außerdem sehen wir uns als Facilitator zwischen den Ländern bzw. “Welten”, die wir beide gut kennen. Den Austausch bzw. den Ausgleich auf der wirtschaftlichen Ebene zu pflegen ist Teil unserer Kernkompetenzen, deswegen auch die tiefe Verbundenheit mit der CCFA und unser Wunsch, weiterhin eine aktive Rolle als VIPMitglied bei der Handelskammer spielen zu können.

Résumé : Après des études avec comme spécialisation le conseil financier et les révisions dans l’une des premières Hautes Écoles d’Autriche à Wiener Neustadt, Günther Mayrleitner a débuté sa carrière en 2001 chez BDO. Deux ans plus tard, il continue chez Mazars qui était encore à l’époque rattaché au cabinet Hackl & Co dans le 7ème arrondissement. En 2005, en compagnie de ses deux partenaires dont Peter Ernst, il décide de poursuivre l’activité de Mazars de manière indépendante. En 2006, il passe l’examen en conseil fiscal, puis en 2009, l’examen d’économie à la Chambre des Comptables à Vienne. Il devient partenaire de Mazars en 2013 et en prend la direction en décembre 2017. Selon Günther Mayrleitner, un des plus gros challenges auquel il est confronté consiste à travailler avec une relativement petite équipe de 20 collaborateurs dans un contexte international et de couvrir une large offre de services dont le calcul salarial, la comptabilité, le conseil fiscal, l’audit et le conseil en transactions. De plus, au vu des nouvelles lois de l’UE, Mazars se devra de croître et de se spécialiser encore davantage dans les prochaines années. Günther Mayrleitner tient son affinité pour la France de par son oncle, vrai francophile qui, pour son engagement exceptionnel envers la France, a été décoré de l’Ordre des Palmes Académiques. Sur un plan général, Günther Mayrleitner observe que l’économie ne cesse de changer, en particulier dans le domaine des transactions et des acquisitions. Günther Mayrleitner considère Mazars comme le premier contact pour les entreprises françaises en Autriche et souhaite, en tant que membre VIP de la CCFA, contribuer à cet échange entre les deux cultures et renforcer les liens déjà existants.


Mag. Günther Mayrleitner, privat:
Geboren am 14.2.1977 in Oberösterreich
Studium an der Fachhochschule Wiener Neustadt
Familienstand: Ledig, eine Tochter
Hobbies: Skifahren, Fitnesscenter, Kaffeehäuser
LEBENSPHILOSOPHIE: „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.“ (John. F. Kennedy)

*Propos recueillis par Virginie Van Reepinghen; vanreepinghen@ccfa.at

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