Neues EU-Erbrecht: Sie wohnen im Ausland? / Droits de succession : vous habitez à l’étranger ?

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Seit dem 17. August 2015 gilt die neue EU-Erbrechtsverordnung. Diese bestimmt, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist. Herr Dr. Wolfgang Schöberl, Inhaber der Rechtsanwaltkanzlei Dr. Wolfgang Schöberl, verrät uns ihre wesentlichen Inhalte.

Le nouveau règlement européen relatif aux successions internationales est entré en application le 17 août 2015 et détermine la loi applicable en matière de successions européennes. Wolfgang Schöberl, propriétaire du cabinet d’avocats Rechtsanwaltkanzlei Dr. Wolfgang Schöberl, nous en révèle les points clés.

Umfassende Neuregelung

Die EU hat sich nun auch des Erbrechts angenommen: Die EU-Erbrechtsverordnung (Verordnung [EU] Nr. 650/ 2012) trifft eine umfassende Neuregelung sowohl hinsichtlich der Anwendbarkeit des materiellen Erbrechtes (internationales Privatrecht) als auch hinsichtlich der gerichtlichen Zuständigkeit für die Nachlassabhandlung. Großbritannien, Irland und Dänemark nehmen an der EU-Erbrechtsverordnung jedoch nicht teil.

Letzter gewöhnlicher Aufenthalt maßgeblich

Kernbestimmung der EU-Erbrechtsverordnung ist, dass die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht jenes Staates unterliegt, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Hat also ein Franzose seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich, gilt für seinen gesamten Nachlass, und zwar auch für Vermögenswerte, die in Frankreich belegen sind, österreichisches Erbrecht. Auch die Verlassenschaftsabhandlung findet ausschließlich in Österreich statt. Die Grundbuchsumschreibung und Übertragung sonstiger Vermögenswerte in Frankreich erfolgt mittels des „Europäischen Nachlasszeugnisses“, das vom österreichischen Nachlassgericht ausgestellt wird.

Möglichkeit zur Rechtswahl

Die EU-Erbrechtsverordnung räumt jedoch die Möglichkeit zur Rechtswahl ein: Weicht die eigene Staatsangehörigkeit vom Land des gewöhnlichen Aufenthaltes ab, kann man eine Rechtswahl zu Gunsten seines Heimatrechts treffen. Im soeben beschriebenen Fall kann also französisches Erbrecht gewählt werden, was in Form einer letztwilligen Verfügung erfolgen muss. Wird die Rechtswahl ausgeübt, gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit, die Abhandlung des Nachlasses in das Heimatland des Erblassers zu verlagern.

Keine Auswirkungen auf die Erbschaftssteuer

Keine Auswirkungen hat die EU-Erbrechtsverordnung jedoch auf das Steuerrecht: Hier gelten weiterhin die Bestimmungen der einzelnen Staaten. Selbst wenn der Nachlass eines in Österreich lebenden Franzosen – der keine anderslautende Rechtswahl getroffen hat – nach österreichischem Erbrecht abgehandelt wird, greift hinsichtlich der in Frankreich gelegenen Vermögenswerte bzw. hinsichtlich seiner in Frankreich lebenden Erben also unweigerlich die französische Erbschaftssteuer.

Résumé : L’UE s’est attelée depuis peu au droit successoral : le règlement UE sur les successions internationales (Règlement [EU] n°650/2012) est un règlement à caractère universel touchant autant la loi applicable en matière de successions de biens mobiliers (droit international privé) que la juridiction compétente pour les opérations successorales. Ce règlement s’applique à tous les pays de l’UE à l’exception du Royaume-Uni, de l’Irlande et du Danemark. Désormais, la loi de la résidence habituelle du défunt s‘appliquera à l‘ensemble de sa succession. Cela signifie, par exemple, que la succession d’une personne de nationalité française installée en Autriche sera régie par la loi autrichienne. Celle-ci aura également la possibilité de choisir la loi applicable à l‘ensemble de sa succession. Ainsi, le droit de succession français pourra être choisi conformément à une disposition testamentaire. Le règlement UE sur les successions internationales ne s’applique, cela dit, pas aux matières fiscales : il convient donc de respecter les dispositions en vigueur de l’État membre en question. Même lorsque la procédure de succession d’une personne de nationalité française installée en Autriche a lieu en Autriche, les actifs détenus en France seront soumis à l’impôt de succession français.

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Dr. Wolfgang Schöberl, Rechtsanwalt

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