Nur 16 Wochen nach seiner Gründung war das junge Wiener Start-up xchannels.ai bereits in acht Ländern aktiv – mit messbaren Ergebnissen für seine Kunden. Die Gründerinnen Dr. Isabell Claus und Ashley Zvaniashvili erklären, wie KI die Sichtbarkeit von Unternehmen grundlegend verändert und daraus messbarer Business Impact entsteht.
CCFA: Welches Problem wollten Sie mit Xchannels.ai lösen – und warum gerade jetzt?
I.C.: Wir haben viel Erfahrung im Bereich Marketing und Kommunikation gepaart mit Technologie und vor allem KI. Ende 2025 wurden wir von einem Unternehmen aus dem Gesundheitssektor angesprochen, ob wir ihnen helfen können, einen richtigen „Marketing-Boost“ in kurzer Zeit zu realisieren. Gesagt, getan – wir haben mit Hilfe von KI die Präsenz in sämtlichen digitalen Kanälen massiv erhöht. Die Qualitätsansprüche für Gesundheitsprodukte sind hoch, die Ergebnisse unserer Arbeit nach nur 60 Tagen konnten sich sehen lassen: Der Anteil der Antworten von ChatGPT, in denen das Unternehmen zitiert wurde, stieg von 20 auf 80 Prozent. Die Zugriffe auf den Blog der Firmenwebseite stiegen von 350 auf 33.000 im Vergleichszeitraum von drei Monaten. Die Zahl an veröffentlichten Fachbeiträgen stieg von einmal pro Quartal auf zweimal pro Monat, während statt vier nun acht Social-Media-Kanäle mehrmals wöchentlich gepflegt werden. Die Teamgröße im Marketing blieb konstant, während das investierte Marketingbudget für externe Leistungen von 8.000 Euro auf 800 Euro pro Monat sank. „Diese Wirksamkeit braucht doch jedes Unternehmen“ dachten wir und haben daraus eine App entwickelt: xchannels.ai.
A.Z: Und technologisch ist jetzt der Moment, an dem Generative AI reif genug wurde, um Content nicht nur zu unterstützen, sondern in hoher Qualität zu produzieren und automatisiert über Kanäle hinweg auszuspielen. Ein Jahr früher hätten wir das Produkt, das wir heute bauen, technisch nicht liefern können. Ein Jahr später hätten andere den Markt bereits besetzt.
CCFA: Nur 16 Wochen nach der Gründung hatten Sie bereits Kunden in acht Ländern. Was haben Sie anders gemacht als viele SaaS- Startups, die dafür Jahre benötigen?
I.C.: Wir haben das Produkt von Tag eins an global gebaut – technisch wie organisatorisch. Konkret heißt das: eine Plattform, die von Beginn an mehrsprachig und marktunabhängig funktioniert, statt nachträglich „lokalisiert“ zu werden. Und statt auf klassische Einzelakquise zu setzen, haben wir sehr früh auf Partnerschaften gesetzt, etwa mit der Deutschen Telekom. Über einen Partner erreicht man auf einen Schlag ganze Kundengruppen einer Region, statt jedes Unternehmen einzeln zu gewinnen. Das hat unsere Reichweite ganz ohne großes Vertriebsteam multipliziert.
CCFA: Stichwort Marktfeedback: Was haben Ihre ersten Kunden Ihnen über Ihr Produkt beigebracht?
A.Z.: Die wichtigste Lektion: Unsere ersten Kunden wollten nicht in erster Linie schnelleren Content – sie wollten Kontrolle. Darum haben wir die Oberfläche so gebaut, dass Nutzer jederzeit am Steuer bleiben und den Überblick behalten. Ein zweiter Punkt: Suchmaschinen-Sichtbarkeit reicht den Kunden nicht mehr, sie fragen: „Kennt mich ChatGPT überhaupt?“. Daraus ist unser Fokus auf AI Visibility und Generative Engine Optimization entstanden.
CCFA: xchannels.ai bewegt sich an der Schnittstelle von AI und Marketing. Wie beeinflusst Generative AI gerade, wie Unternehmen Kunden erreichen und sichtbar werden?
I.C.: Die vielleicht größte Verschiebung: Der Moment der Kaufentscheidung wandert vor die eigene Website. Früher hat ein Unternehmen den Kaufprozess zentral mitgestaltet – von der ersten Google-Suche bis zum Klick auf „Kaufen“. Heute trifft ein KI-System bereits eine Vorauswahl, bevor Nutzer eine Website besuchen. Wenn eine Marke hier nicht vorkommt, verliert sie – die Zugriffszahlen brechen seit einigen Monaten branchenübergreifend ein. Wer von Klicks und E-Commerce abhängig ist, den trifft das besonders hart.
A.Z.: Gleichzeitig verändert sich, wie Content überhaupt entstehen muss. KI-Systeme bewerten nicht dieselben Signale wie klassische Suchmaschinen. Unternehmen, die weiterhin nur für Menschen und für Google schreiben, sprechen an einem schnell wachsenden Teil ihrer Zielgruppe vorbei.
CCFA: Sie sind bereits in acht Ländern aktiv und planen den Eintritt in London und New York. Wie entscheiden Sie, welcher Markt als Nächstes an der Reihe ist – und warum sind diese Märkte der nächste strategische Schritt?
I.C.: Unsere Expansion folgt bislang oft der Logik unserer Partnerschaften: Wo ein Partner bereits ein starkes Kundennetzwerk hat, können wir mit wenig eigenem Vertriebsaufwand schnell Fuß fassen. London und New York sind der nächste logische Schritt, da beide Städte mit Unternehmen dicht besiedelt sind, die als Erste auf AI-Sichtbarkeit reagieren – Tech, Finance, Health, Media. Beide sind zudem globale Hubs, über die sich Reputation und Kundenbeziehungen in weitere Märkte hinein multiplizieren.
CCFA: Was muss ein Unternehmen heute tun, damit seine Marke von KI-Systemen als relevante Antwort berücksichtigt wird und wie lässt sich der Business Impact messen?
I.C.: Wir schauen uns an, ob eine Marke bei relevanten Fragen in ChatGPT, Perplexity & Co. überhaupt auftaucht und in welchem Kontext. Die meisten Unternehmen kennen diesen „AI Visibility Score“ nicht. Darauf aufbauend geht es darum, Inhalte so zu strukturieren und zu verteilen, dass KI-Systeme sie als vertrauenswürdige, eindeutige Quelle erkennen. KI Visibility spielt eine größere Rolle, als viele glauben und schlägt sich in Zahlen nieder – Traffic, Leads, Umsatz. Diese Kennzahlen zeigen, ob Sichtbarkeit auch tatsächlich zu Geschäft wird. Die entscheidende Frage, die wir jedem Unternehmen stellen: Wenn wir dieses Tool morgen wieder wegnehmen würden – würde das operative Geschäft es spüren? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, ist es bereits Teil der Wertschöpfung.
CCFA: Frankreich gehört inzwischen ebenfalls zu Ihren Märkten. Was macht den französischen Tech- und Business-Markt für xchannels.ai besonders interessant?
A.Z.: Frankreich hat eine sehr eigenständige, selbstbewusste digitale Kultur. Das passt sehr gut zu unserem Ansatz, weil AI Visibility für uns nie bedeutet, Kontrolle über die eigene Marke aufzugeben, sondern sie in einer KI-geprägten Öffentlichkeit bewusst zu behaupten. Im Vergleich zu Österreich ist der französische Markt um ein Vielfaches größer und heterogener, mit einer sehr aktiven Startup- und Mittelstandslandschaft, die offen für neue Technologien ist. Das bedeutet für uns: mehr potenzielle Kunden, aber auch hohe Erwartungen an Lokalisierung – sprachlich wie kulturell. Unsere Spezialisierung auf höchste Qualitäts- und Anpassungsansprüche macht Frankreich zu einem der spannendsten Märkte auf unserer Landkarte.
CCFA: Österreich ist ein kleiner Heimatmarkt – ein Vor- oder Nachteil für Startups mit globalem Mindset?
I.C.: Beides. Der Nachteil: Ein rein österreichischer Fokus hätte uns wachstumsmäßig sehr schnell an eine Decke stoßen lassen. Der Vorteil ist, dass uns die Größe des Heimatmarkts von Anfang an international hat denken lassen. Das schärft den Blick früh für internationale Skalierbarkeit, für Mehrsprachigkeit im Produkt und für Partnerschaften statt Einzelkampf. Wien und Österreich bieten zudem ein sehr gutes Gründungs- und Förderumfeld sowie Zugang zu starkem technischem Talent – das war für uns als Ausgangsbasis ein echter Standortvorteil, auch wenn das eigentliche Geschäft von Anfang an international gedacht war.
CCFA: Wenn Sie xchannels.ai aus Investorensicht betrachten: Welche Kennzahlen belegen das langfristige Skalierungspotenzial von xchannels.ai?
I.C.: Für uns zählen vor allem drei Dinge zusammen: Erstens die Geschwindigkeit und Breite der Expansion – acht Länder in 16 Wochen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Produkts und eines Partnermodells, das sich replizieren lässt. Zweitens die Qualität der Partnerschaften: Eine Kooperation wie mit der Deutschen Telekom zeigt, dass auch etablierte, große Player unserem Ansatz vertrauen – das ist ein starkes externes Signal. Und drittens die nachweisbaren Kunden-Ergebnisse, wie die Visibility- und Zugriffs-Zahlen unseres Kunden aus der Gesundheitsbranche.
Kontakt:
xchannels.ai FlexCo
Maria-Jacobi-Gasse 1, 1030 Wien
Ashley Zvaniashvili & Dr. Isabell Claus-Polster
ashley@xchannels.ai
isabell@xchannels.ai