Atmosphäre, Service und Authentizität machen einen Aufenthalt im Hotel am Konzerthaus MGallery unvergesslich

CCFA: Herr Tsiantis, Sie verantworten im Hotel am Konzerthaus die Bereiche Qualität und Nachhaltigkeit. Was bedeutet „Qualität“ für Sie persönlich im Kontext der Hotellerie?
Apostolos Tsiantis: Qualität ist für mich kein Standard, sondern ein Gefühl. Sie ist eine Haltung, die sich durch alle Ebenen eines Hauses zieht, vom ersten Gedanken hinter einem Konzept bis zum letzten Eindruck beim Abschied. In der Hotellerie bedeutet Qualität, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen aufgehoben fühlen, ohne dass es erklärt werden muss. Es ist das Zusammenspiel aus Atmosphäre, Aufmerksamkeit und Echtheit, das einem Aufenthalt Tiefe verleiht. Besonders im MGallery-Kontext ist Qualität immer auch emotional: Sie soll berühren, inspirieren und in Erinnerung bleiben – wie ein leiser Nachhall nach einem gelungenen Konzert.
CCFA: Wie hat sich Ihr Blick auf Qualität im Laufe Ihrer beruflichen Laufbahn verändert – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Gästeerwartungen, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit?
A. T.: Meiner Meinung nach, war Qualität früher stark mit Perfektion verbunden und heutzutage mit Balance. Gäste erwarten Exzellenz aber auch Sinnhaftigkeit. Wirtschaftlichkeit ist notwendig, darf jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Nachhaltigkeit wiederum ist kein Zusatz mehr, sondern integraler Bestandteil von Qualität. Die Herausforderung (und zugleich die Schönheit) liegt darin, diese drei Dimensionen in Einklang zu bringen und Lösungen zu finden, die langfristig tragen, statt kurzfristig zu glänzen.
CCFA: Welche zentralen Qualitätsdimensionen sind aus Ihrer Sicht heute entscheidend, um ein Hotel langfristig erfolgreich zu positionieren?
A.T.: Entscheidend sind für mich drei Dimensionen: Authentizität (echtes, originales storytelling), Konsistenz und Weiterentwicklung. Ein Hotel muss wissen, wofür es steht und dies glaubwürdig leben. Gleichzeitig erwarten Gäste Verlässlichkeit. Also, Qualität darf kein Zufallsprodukt sein. Und schließlich braucht es die Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln, ohne die eigene Identität zu verlieren. Gerade im Hotel am Konzerthaus verbinden wir Geschichte und Gegenwart, Tradition und zeitgemäßen Komfort. Diese Balance ist ein zentraler Erfolgsfaktor.
CCFA: Wie gelingt es, gleichbleibend hohe Qualität im operativen Alltag sicherzustellen – gerade in einer Branche, die stark vom Faktor Mensch geprägt ist?
A.T.: Indem man Qualität nicht diktiert, sondern gemeinsam gestaltet. Prozesse, Schulungen, etc. sind wichtig, doch sie entfalten ihre Wirkung erst durch Menschen, die sie mit Überzeugung tragen. Wir investieren viel in Dialog, Feedback und Weiterentwicklung. Wenn Mitarbeitende verstehen, warum Qualität wichtig ist und nicht nur was zu tun ist, entsteht eine natürliche Verantwortung. Qualität wird dann nicht kontrolliert, sondern gelebt, Tag für Tag, Begegnung für Begegnung.

CCFA: Welche Rolle spielen Standards, Zertifizierungen und interne Qualitätsprozesse im Hotel am Konzerthaus?
A.T.: Sie sind unser verlässliches Fundament. Standards und Zertifizierungen schaffen Transparenz, Vergleichbarkeit und Sicherheit. Für Gäste ebenso wie für Mitarbeitende. Gleichzeitig verstehen wir sie nicht als starres Korsett, sondern als Rahmen, innerhalb dessen Individualität möglich ist. Interne Qualitätsprozesse helfen uns, regelmäßig zu reflektieren, wo wir stehen und wo wir besser werden können. Doch das eigentliche Qualitätsversprechen entsteht immer im persönlichen Moment zwischen Gast und Gastgeber.
CCFA: Inwiefern trägt gelebte Qualität in der Hotellerie zur Attraktivität Österreichs als Wirtschafts- und Tourismusstandort bei?
A.T.: Hotellerie ist oft der erste und letzte Eindruck eines Landes. Sie ist Visitenkarte und Bühne zugleich. Wenn Qualität in Österreich durch Verlässlichkeit, Servicekultur und Detailbewusstsein erlebbar ist, entsteht Vertrauen. Dieses Vertrauen ist essenziell, sowohl für touristische Entscheidungen als auch für wirtschaftliche Investitionen. Qualität wird so zu einem stillen, aber kraftvollen Standortfaktor.
CCFA: Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen hochwertiger Hospitality und der Entscheidung internationaler Unternehmen, Meetings, Events oder Niederlassungen in Österreich zu planen?
A.T.: Absolut! Hochwertige Hospitality signalisiert Professionalität, Organisationstalent und Respekt gegenüber Gästen und Partnern. Internationale Unternehmen suchen Orte, an denen sie sich auf Abläufe verlassen können und gleichzeitig ein inspirierendes Umfeld vorfinden. Ein Hotel, das Qualität konsequent lebt, unterstützt nicht nur Veranstaltungen logistisch, sondern trägt wesentlich zum Gesamterlebnis und zur Wahrnehmung des Standorts bei.
CCFA: Welche Erwartungen haben internationale Gäste und Businesskund:innen konkret an Qualität in Österreich – und wo sehen Sie die besonderen Stärken des Standorts?
A.T.: Ich glaube man verbindet Österreich mit Präzision, Sicherheit und kultureller Tiefe. Erwartet werden Präzision, Sicherheit und Exzellenz im Detail und ein gewisser Sinn für Ästhetik und Tradition. Die besondere Stärke liegt in der Fähigkeit, diese traditionellen Werte mit moderner Offenheit zu verbinden.
CCFA: Nachhaltigkeit ist heute ein zentraler Bestandteil von Qualitätsmanagement. Wie integrieren Sie nachhaltige Maßnahmen, ohne Kompromisse beim Gästeerlebnis einzugehen?
A.T.: Mein Lieblingsthema! Indem wir Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit begreifen. Sie muss Teil der DNA eines Hauses sein, nicht ein sichtbares Etikett. Viele Maßnahmen wirken im Hintergrund, von Energie- und Ressourcenmanagement bis hin zu regionalen Partnerschaften. Für den Gast äußert sich Nachhaltigkeit in Qualität. In hochwertigen Materialien, bewusster Kulinarik und einem guten Gefühl, Teil eines verantwortungsvollen Konzepts zu sein.
CCFA: Welche Bedeutung messen internationale Geschäftspartner und Gäste dem Thema Nachhaltigkeit inzwischen bei?
A.T.: Die Bedeutung ist stark gewachsen. Nachhaltigkeit wird zunehmend als Zeichen von Professionalität und Zukunftsfähigkeit wahrgenommen. Die Internationalen Partner erwarten Transparenz und die meisten fragen mittlerweile aktiv, was wir im Hotel tatsächlich machen, ob wir zertifiziert sind, etc. Wer glaubwürdig handelt, stärkt seine Position. Nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich.

CCFA: Kann Nachhaltigkeit aus Ihrer Sicht zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort Österreich werden?
A.T.: Definitiv! Wenn Nachhaltigkeit konsequent, in der Tat und gesamtheitlich gedacht wird. Österreich hat die Chance, Qualität, Innovation und Verantwortung zu vereinen. Ein Standort, der ökologische und soziale Aspekte ernst nimmt, wird langfristig für Gäste, Unternehmen und Mitarbeitende attraktiver sein.
CCFA: Die Hotellerie steht vor großen Herausforderungen – Fachkräftemangel, Digitalisierung, steigende Kosten. Wie lassen sich unter diesen Bedingungen Qualitätsstandards halten oder sogar weiterentwickeln?
A.T.: Durch Mut zur Veränderung und Investition in Menschen und indem man Prioritäten klar definiert. Digitalisierung kann Prozesse effizienter machen und Freiräume schaffen, doch Qualität bleibt immer menschlich. Gleichzeitig müssen wir attraktive Arbeitsumfelder schaffen, die Sinn, Entwicklung und Wertschätzung bieten. Hier spielt natürlich nochmals Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Qualität entsteht dort, wo Menschen gerne arbeiten und sich mit einem Haus identifizieren.
CCFA: Welche Rolle spielen Unternehmenskultur, Führung und Mitarbeiterbindung für nachhaltige Qualität?
A.T.: Sie sind der Schlüssel. Eine offene Unternehmenskultur, wertschätzende Führung und echte Mitarbeiterbindung bilden die Basis für alles Weitere. Genau das haben wir hier im Hotel am Konzerthaus. Nur wer sich selbst ernst genommen fühlt, kann diese Haltung an Gäste weitergeben. Nachhaltige Qualität beginnt immer im Inneren eines Unternehmens.
CCFA: Welche Trends werden das Qualitätsverständnis in der Hospitality-Branche in den kommenden Jahren besonders prägen?
A.T.: Personalisierung, bewusster Luxus und Sinnorientierung. Gäste suchen Erlebnisse, die zu ihren Werten passen, nicht zu starren Kategorien. Qualität wird weniger über „mehr“ definiert, sondern über „passender“, „echter“ und „bedeutungsvoller“.
CCFA: Was können andere Branchen aus Sicht der Hotellerie vom Qualitätsverständnis im Gastgewerbe lernen?
A.T.: Dass Qualität immer Beziehung ist. Produkte und Dienstleistungen entfalten ihren Wert erst im Zusammenspiel mit Emotionen, Erwartungen und Vertrauen. Die Hotellerie zeigt, wie wichtig Empathie, Zuhören und situatives Handeln sind, Qualitäten, die branchenübergreifend an Bedeutung gewinnen.
CCFA: Welche Maßnahmen oder Entwicklungen wünschen Sie sich, um Österreich langfristig als hochwertigen, verlässlichen und attraktiven Wirtschaftsstandort zu positionieren?
A.T.: Ich wünsche mir langfristige Strategien statt kurzfristiger Lösungen, Investitionen in Bildung, Umweltfreundliche Infrastruktur und Fachkräfte sowie einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Qualität. Wenn diese Themen gemeinsam als Einheit gedacht werden, kann Österreich seine Position als Premium-Standort weiter stärken.
CCFA: Abschließend: Was bedeutet exzellente Qualität für Sie – in einem Satz?
A.T.: Exzellente Qualität ist dann erreicht, wenn jedes Detail Sinn ergibt und ein Aufenthalt nicht nur zufriedenstellt, sondern nachhaltig berührt.

Apostolos Tsiantis, Quality & Sustainability Manager © Hotel am Konzerthaus MGallery
Kontakt:
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Am Heumarkt 35-37, 1030 Wien
Apostolos Tsiantis,
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