INTERVIEW MANUELA LINDLBAUER : Wir müssen größer denken

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Die erfolgreiche HR-Expertin und Unternehmerin Manuela Lindlbauer verstärkt seit dem 10. März die Start-up-Show „2 Minuten 2 Millionen“ auf PULS 4 und JOYN in ihrer 13. Staffel als neue Investorin. Im CCFA Interview erklärt sie, warum es für sie kein Widerspruch ist, gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu investieren, und wie sie Österreich als Wirtschaftsstandort und Gründerland bewertet.

– Manuela Lindlbauer in “2 Minuten 2 Millionen”: Dienstags, 20:15h auf PULS 4 –

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CCFA: Frau Lindlbauer, Sie sind als Unternehmerin bereits sehr erfolgreich – was hat Sie persönlich gereizt, nun auch als Investorin aufzutreten?
Manuela Lindlbauer: Ich habe in den letzten 25 Jahren als Unternehmerin sehr viel erlebt – und auch Fehler gemacht. Ich erinnere mich gut an eine Phase, in der ich zu lange gezögert habe, eine klare Entscheidung zu treffen – das hat mich Zeit, Energie und letztlich auch Geld gekostet. Solche Erfahrungen prägen. Heute reizt mich, dieses Wissen weiterzugeben und junge Unternehmer:innen dabei zu unterstützen, schneller klar zu sehen und bessere Entscheidungen zu treffen.

CCFA: Was reizt Sie an Ihrer Rolle bei 2 Minuten 2 Millionen besonders?
M.L.: Die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit so viele spannende Unternehmer:innen kennenzulernen – mit völlig unterschiedlichen Ideen & Persönlichkeiten. Das ist inspirierend, aber auch ein sehr ehrliches Setting: Du merkst schnell, wer wirklich durchdacht hat, was er tut – und wer noch nicht.

CCFA: Viele agieren gerade vorsichtig, Budgets werden gekürzt, Geld lieber gespart als ausgegeben – Sie investieren. Widerspruch oder bewusste Strategie?
M.L.: Ganz klar bewusste Strategie. Die aktuelle Vorsicht hat auch eine positive Seite: Viele sind wieder „down to earth“, der Markt ist weniger überhitzt und Bewertungen werden realistischer. Genau das schafft bessere Entscheidungsgrundlagen. In solchen Phasen trennt sich Substanz von Hype – und genau dort entstehen die spannendsten Investments.

CCFA: Was treibt Sie persönlich an, sich neben Ihrem eigenen Unternehmen zusätzlich als Investorin zu engagieren?
M.L.: Ich habe selbst oft erlebt, wie entscheidend die richtigen Impulse zur richtigen Zeit sind. Heute sehe ich es als Teil meiner unternehmerischen Verantwortung, diese Rolle einzunehmen – nicht nur Kapital zu geben, sondern auch Klarheit, Struktur und manchmal auch unbequeme Ehrlichkeit.

CCFA: Investieren Sie eher in Ideen oder in Menschen?
M.L.: Ganz klar in Menschen. Eine Idee kann man weiterentwickeln oder auch komplett verändern – die Gründerpersönlichkeit und das Mindset nicht so leicht. Deshalb achte ich sehr genau darauf, wie jemand denkt, entscheidet und mit Herausforderungen umgeht.

CCFA: Welche Art von Gründer:innen sprechen Sie intuitiv an?
M.L.: Menschen mit Klarheit und Eigenverantwortung. Gründer:innen, die nicht auf perfekte Rahmenbedingungen warten, sondern ins Tun kommen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

CCFA: Was war bisher Ihre wichtigste unternehmerische Lektion?
M.L.: Dass du Entscheidungen treffen musst, auch wenn du nicht alle Informationen hast. Zögern kostet in der Regel mehr als eine falsche Entscheidung.

CCFA: Was unterscheidet erfolgreiche von weniger erfolgreichen Gründungen?
M.L.: Fokus und Konsequenz. Erfolgreiche Gründer:innen treffen Entscheidungen, priorisieren klar und bleiben dran – auch wenn es unbequem wird.

CCFA: Ist Österreich ein gutes Land für Gründer:innen – oder eher ein schwieriges?
M.L.: Beides. Wir haben gut ausgebildete Menschen und stabile Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bremsen uns Bürokratie und eine gewisse Risikoaversion. Das macht es nicht unmöglich, aber unnötig komplex.

CCFA: Wie sehen Sie aktuell den Wirtschaftsstandort Österreich?
M.L.: Solide, aber unter Druck. Wir verlieren an Dynamik. Wenn wir international konkurrenzfähig bleiben wollen, brauchen wir mehr Geschwindigkeit, mehr Innovationsbereitschaft und weniger administrative Hürden.

CCFA: Hat Österreich das Potenzial für mehr internationale Erfolgsgeschichten?
M.L.: Absolut. Aber wir müssen größer denken, schneller skalieren und internationaler agieren. Das Potenzial ist da – die Umsetzung muss nachziehen.

CCFA: Wenn Sie eine Sache in Österreich sofort verändern könnten – welche wäre das?
M.L.: Die Bürokratie. Weniger Komplexität würde sofort mehr unternehmerische Dynamik freisetzen und vielleicht die eine oder andere Sozialleistung überdenken.

CCFA: Was wünschen Sie sich für die nächste Generation von Unternehmer:innen und welchen Rat würden Sie Ihnen mitgeben?
M.L.: Mehr Mut und weniger Sicherheitsdenken. Mein Rat: anfangen, lernen, nachjustieren. Unternehmertum entsteht im Tun – nicht im Warten auf den perfekten Moment. Und es braucht die Bereitschaft, die Extrameile zu gehen. Genau dort entsteht langfristiger Erfolg

©PULS 4/Gerry Frank

 

 

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